Walter Kindermann jun. zum Vorsitzenden gewählt

Am Mittwoch, den 03.04.2013 fand die Jahreshauptversammlung des SPD Ortsvereins Bad Endorf im Gasthaus Bauernwirt statt. Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Stöhr konnte neben den anwesenden Mitgliedern die Gäste Abuzar Erdogan (Kandidat für den Deutschen Bundestag), sowie Elisabeth Jordan und Werner Gartner (Kandidaten für den Bezirkstag) begrüßen. In seiner Begrüßung hob Thomas Stöhr die Bedeutung des anstehenden Jahres mit den Land- und Bezirkstagswahlen am 15.09.2013, den Bundestagswahlen am 22.09.2013 und den Kommunalwahlen im März 2014 hervor.

Bundestagswahl 2013

Nach der Begrüßung folgte ein Referat des Kandidaten für den Deutschen Bundestag Abuzar Erdogan. Erdogan zog Resümee zum laufenden Wahlkampf und gab einen Ausblick auf die anstehenden Monate bis zur Wahl. Er bezog außerdem eindeutig Stellung zum Thema Erdgasbohrung im Chiemgau. Er lehnt diese ab und wies darauf hin, dass sich der Freistaat Bayern im Rahmen der Alpenkonvention dazu verpflichtet hat, keine Bohrungen im Chiemgau durchzuführen. Das Handeln der bayerischen Staatsregierung, welche wissentlich, die eigenen Willenserklärungen aus wirtschaftlichen Gründen ignoriert, ist für ihn unverständlich. Bei den Alpenkonventionen handelt es sich um ein Konvent, bestehend aus den Alpen-Anrainerstaaten. Er betonte außerdem, dass er gegen den Einsatz der umstrittenen Fördermethode Fracking ist, da die Folgen für die Umwelt noch nicht wissenschaftlich ergründet sind. Als Kandidat der SPD für den Bundestag will er sich für eine Demokratisierung des veralteten und undemokratischen Bergrechts einsetzen. „Der Bürger muss mehr mitbestimmen können und in Entscheidungen eingebunden werden“, so Erdogan. Der OV-Vorsitzende Thomas Stöhr dankte Abuzar Erdogan für seinen interessanten Vortrag und sicherte ihm die volle Unterstützung des Ortsvereins für den anstehenden Wahlkampf zu.

Berichte der Vorstandschaft

In seinem Bericht zum vergangen Jahr hob der Vorsitzende Thomas Stöhr vor allem die hohe Aktivität des Ortsverein hervor und dankte allen Mitgliedern für das hohe Engagement. So konnte z. B. der „Tanz in den Mai“ veranstaltet werden. Der Großteil des Gewinns der Veranstaltung in Höhe von 1.000,-  € wurde dem Katharinenheim Bad Endorf für das Sozialprojekt „Hanomag“ und der Endorfer-Tafel gespendet. Thomas Stöhr erklärte außerdem, dass er nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidieren werde und durch die Neuwahl, die Weichen für die Kommunalwahl 2014 gestellt werden sollen. Nach den Berichten des Kassiers Werner Witt und der Schriftführerin Eva Rubach, erfolgte nach Vorschlag des Revisors Karl Günther einstimmig die Entlastung der Vorstandschaft.

Kommunalwahlprogramm 2014

Als nächster Tagesordnungspunkt folgte die Präsentation der Eckpunkte für die Kommunalwahl 2014 durch den stellvertretenden Vorsitzenden Walter Kindermann jun. . Die Eckpunkte wurden im Vorfeld von der Vorstandschaft und der Gemeinderatsfraktion erarbeitet. Walter Kindermann jun. stellte heraus, dass das Wahlprogramm die Rückkehr zu den Kernkompetenzen und Aufgaben der Marktgemeinde in den Vordergrund rücken soll. Diese liegen in der „Öffentlichen Daseinsvorsorge“. Die derzeitige Gemeindeführung ist mit der Lage der GWC AG überfordert und vernachlässigt ihre eigentlichen Kernaufgaben. „Öffentliche Daseinsvorsorge“ bedeutet für die SPD vor allem die Schaffung von sozialer und wirtschaftsnaher Infrastruktur, wie z. B. Erneuerung und Pflege von Straßen, aber auch die Sanierung des maroden Kanalnetzes. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Kinderbetreuung vor Ort, sowie die Förderung von Jugend, Kultur und Vereinsleben.

Auch die kommunale Wirtschaftsförderung bedarf einer Wiederbelebung, zum einen durch Akquise neuer Unternehmen aus Einzelhandel, Tourismusgewerbe und dynamischer Mittelstandsunternehmen, zum anderen soll die Bestandspflege einen viel größeren Stellenwert erfahren. Der derzeitigen Gemeindeführung fehlt es an gebührender Wertschätzung gegenüber der lokalen Wirtschaft und dem Gewerbe, wie die letzen Berichte der Bürgermeisterin zeigen.

Zur Gesundheitswelt Chiemgau AG erläuterte Marktgemeinderat Hieronymus Stockinger die aktuelle Lage. Er betonte, dass es Ideen zur Lösung von Problemen gibt. Die Marktgemeinde muss jedoch hierbei aktiver mitarbeiten. Die aktuellen Probleme sind nicht allein von der GWC AG verursacht. Es handelt sich auch um strukturelle Fehlentscheidungen der Vergangenheit, an denen die Marktgemeinde eine Mitschuld trägt. Nicht alle Probleme sind deshalb von der GWC AG alleine lösbar.

Vorstandswahlen

Nach den Diskussionen zu den Eckpunkten des Wahlprogramms folgten die Neuwahlen der Vorstandschaft unter Leitung von Gemeinderat Georg Mitterer und Revisor Karl Günther. Als Ortsvereins-Vorsitzender wurde einstimmig der 22-jährige Walter Kindermann jun. gewählt. Walter Kindermann ist gelernter Industriekaufmann und als Mitarbeiter im Controlling bei einem traditionsreichen Rosenheimer Antennenhersteller beschäftigt. Neben seiner Berufstätigkeit absolviert er derzeit ein berufsbegleitendes Studium an der Fachhochschule Kufstein Tirol. Er studiert in der Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre, Internationale Wirtschaft & Management. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Uwe Görlitz gewählt. Für die Finanzen ist weiterhin Werner Witt zuständig. Als Schriftführerin wurde Eva Rubach im Amt bestätigt. Gewählte Beisitzer sind Thomas Stöhr, Hieronymus Stockinger, Gerti Brandhuber und Thorsten Czerwinski. Revisoren sind Karl Günther und Reinhard Schumacher.

In den Schlussworten bedankte sich der scheidende Vorsitzende Thomas Stöhr für vier Jahre hervorragende Zusammenarbeit. Der neu gewählte Vorsitzende Walter Kindermann jun. dankte Thomas Stöhr ebenfalls für die in dieser Zeit geleistete Arbeit. Walter Kindermann dankte auch allen Mitgliedern für das geschenkte Vertrauen. „Wir stehen vor einem harten Jahr mit schwierigen Aufgaben“, so der neue Vorsitzende. Das nächste halbe Jahr ist geprägt vom Landtags- und Bundestagswahlkampf, gleichzeitig müssen die Vorbereitungen für den Kommunalwahlkampf 2014 laufen, bevor es im Winter in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs geht. Ziel der SPD Bad Endorf ist die Aufstellung einer eigenen Liste mit dem Namen „SPD und parteifreie Bürger“ mit erfahren Kandidaten, aber vor allem mit neuen, jungen und kompetenten Kandidaten, die nicht von der vergifteten Atmosphäre der letzen Jahre vorbelastet sind. Der neue Vorsitzende Walter Kindermann jun. betonte: „Wir wollen und wir brauchen einen politischen Neuanfang für Bad Endorf!“

SPD Bad Endorf